Alltag & Familie

Interview mit Noah und Jakob rund ums Thema Schule

Ein Gespräch auf dem Sofa mit Noah und Jakob mit vielen Fragen rund um die ersten Tage in der Schule und die Zeit bevor es überhaupt los ging.

Kathi: Also, erzählt mal: Wie habt ihr das empfunden, die Vorbereitung auf die Schule, bevor es losging? Also in den Ferien, was lief da so?
Jakob: Naja, wir sind nach Schweden gezogen und bevor die Schule losging, gab es zwei Treffen, wo einmal unsere Kenntnisse geprüft wurden, also allgemein unsere sprachlichen Kenntnisse generell, Lesen, Text verstehen und so. Dann noch ein Treffen für Mathe.


Kathi: Und wie ging es euch denn damit, in einem fremden Land in eine fremde Schule zu kommen?
Jakob: Ich war aufgeregt. Weil es am Anfang auch nicht sicher war, auf welche Schule wir wirklich
gehen.
Noah: Ich war ehrlich gesagt nicht so interessiert, auf welche Schule ich komme. Also ich kenne da eh niemanden, also ist es auch egal, auf welche Schule ich gehe.
Jakob: Aber ich bin sehr glücklich mit meiner Schule.


Kathi: Erzähl doch mal von deinem ersten Schultag. Wie war das?
Jakob: Also, da haben mich direkt ein paar Klassenkameraden und Klassenkameradinnen empfangen und haben mir gezeigt, wo mein Klassenzimmer ist, auch wenn ich es schon wusste. Und dort hab ich dann mein Handy abgegeben.
Dann hatten wir halt ein bisschen Unterricht, und wir hatten auch direkt Sport am ersten Schultag. Da haben wir ein paar Hallenspiele gemacht. Also kein besonderer Schultag. Wir haben nicht wirklich Unterricht gemacht.
Also das Schulhaus ist recht groß, nur die Mensa ist ziemlich klein. Du bekommst auch gratis Essen, was ziemlich cool ist, und man hat ein Chromebook. Das ist so eine Art Laptop. Das bekommt man direkt am ersten Schultag. Habe ich zumindest bekommen.
Meine Lehrerin heißt Cecilia. Sie kann tatsächlich auch ein bisschen Deutsch. Das ist ziemlich praktisch.


Kathi: Und wie läuft dann der Unterricht für dich persönlich ab, wenn du kein Schwedisch sprichst?
Jakob: Also Cecilia wiederholt in Mathe zum Beispiel die Aufgaben für mich nochmal auf Deutsch. Oder sie kommt dann schon zu mir und wiederholt sie für mich. Und ich mach manchmal extra Aufgaben, zum Beispiel in Schwedisch oder im Geschichtsunterricht, weil die sprechen dann halt einfach viel Schwedisch und davon verstehe ich dann halt nichts.
Heute war die Julia bei mir, die kommt auch aus Deutschland, die ist aber seit sieben Jahren schon in Schweden. Und die macht mit mir so ein bisschen Unterricht. Also so Textaufgaben in Mathe oder so kann sie mit mir ganz gut machen.


Kathi: Und wie ist das, neue Kinder kennenlernen, neue Freunde kennenlernen? Wie funktioniert das?
Jakob: Also wir verständigen uns über Englisch. Das klappt auch ganz gut. Wir verstehen uns alle recht gut miteinander.
Noah: Wer sind alle?
Jakob: Meine Klasse.
Kathi: Und gibt es jemanden, mit dem du dich besonders verstehst?
Jakob: Mit dem Oskar, der ist aus meiner Klasse, der ist sehr nett.

Kathi: Noah, magst du mal erzählen: Zum einen, du durftest dir auch die Schule vorab anschauen. Wie war das für dich?
Noah: Es war gut, zu sehen, dass ich damit zufrieden bin. Und dass ich die Lehrer davor auch schon kennengelernt habe. Also nicht nur meine Klassenleiter, sondern halt eigentlich alle Lehrer, die ich dann habe.
Kathi: Und dein erster Schultag?
Noah: Also in der siebten Klasse (*entspricht der deutschen 8. Klasse) kommt man an eine neue Schule.Ja, also halt auch eine neue Klasse. Deswegen waren wir erst auf dem Sportplatz, da wurden mir dann die neuen Klassen zugewiesen. Ich bin in der 26B. Ich glaube, die 26 kommt davon, dass ich 2026 an die Schule gekommen bin.
Ja und dann hab ich natürlich nichts verstanden. Also, was heißt natürlich, aber ich habe nichts verstanden. Und dann hatten wir die ersten zwei Tage so eine Kennenlernphase, sage ich jetzt mal, mit vielen Spielen.

Kathi: Und wie kannst du dich verständigen?
Noah: Auf Englisch.
Kathi: Wie ist das?
Noah: Also ich verstehe alles, wie wenn ich Deutsch sprechen würde — äh, hören würde. Also nicht ganz so, aber ich verstehe alles. Okay, keine Fachbegriffe. Aber ja, sprechen – komme ich eigentlich auch ganz gut zurecht. Weil es interessiert keinen, ob ich da jetzt die Zeit richtig habe oder so. Oder die Grammatik. Es interessiert keinen. Man versteht mich auf jeden Fall

Kathi: Was gefällt dir denn besonders gut an deiner Schule?
Noah: Es sind nicht so viele Leute wie in Deutschland. Also es sind „nur“ 400 Leute oder ein bisschen mehr.

Kathi: Was ist denn der größte Unterschied zur deutschen Schule, würdest du sagen?
Noah: Dass ich meine Lehrer duze, vielleicht. Oder es ist zumindest ein großer Unterschied. Dass man mit „nichts“ in die Schule geht. Also alles in der Schule hat. Oder von den Lehrern einfach bekommt. Also Stifte zum Beispiel.
Jakob: Mir ist noch ein Unterschied eingefallen. Und zwar Fachbegriffe zum Beispiel die sind halt auch einfach ganz anders. Sie hat gesagt „faktorisieren“, und ich wusste nicht, was sie damit meinte. Aber dann ist mir aufgefallen, als sie ein Beispiel gemacht hat, dass sie Primfaktorzerlegung gemeint hat. So habe ich es gelernt.
Noah: Aber Subtraktion, Multiplikation und Division — das schreibt man genauso wie im Deutschen aber es wird einfach so komisch aus dem Hals gesprochen. *spricht die Wörter auf schwedisch aus* „Subtrachuun, Multiplikachuun, Divichuun“ Ich finde das ganz komisch. Und ich kann auch aus dem Mathebuch, was auf Schwedisch ist, viele Aufgaben zwar nicht übersetzen, aber erschließen. Ich weiß, was ich machen muss.
Und noch was. Die Stunden sind überhaupt nicht fest auf 45 Minuten begrenzt, sondern die eine Stunde geht eine Stunde und fünf Minuten, die andere geht aber nur 45 Minuten und die nächste geht dann wieder 50 Minuten. Das ist ein bisschen komisch. Und zwischen jeder Stunde sind immer zehn Minuten Pause.
Jakob: Bei mir ist es mit den Pausen ein bisschen anders. Bei mir gibt unsere Lehrerin auch manchmal zwischen der Stunde kurz Pause. Aber wir haben halt immer eine halbe Stunde fest Pause oder dann die große Mittagspause. Aber nicht zwischen jeder Stunde zehn Minuten Pause.

Kathi: Und Noah, jetzt hast du vorhin gesagt, dass du deine Lehrer duzen darfst, der Jakob ja auch. Wie fühlt sich das denn an?
Noah: Keine Ahnung, das ist viel persönlicher. Es ist nicht so distanziert vielleicht. Ich finde das mit „Herr“ und „Frau“ so ein bisschen distanzierter. Das duzen find ich gut.
Kathi: Jakob, wie geht es dir damit?
Jakob: Ich finds auf jeden Fall besser als wenn man die Lehrer siezt. Es ist einfach viel einfacher, viel persönlicher, viel direkter.

Kathi: Jetzt seid ihr ziemlich genau eine Woche in der Schule. Was ist euer erstes Fazit von der schwedischen Schule?
Noah: Neue Sprache. Kompliziert. Ja, wird schon.
Jakob: Also tatsächlich konnte ich am Ende der Woche sogar bei dem Film ein bisschen mehr verstehen. Also ein bisschen kann ich verstehen. Auf jeden Fall mehr als am Anfang, aber trotzdem noch nicht so richtig gut. Sprechen bin ich noch gar nicht gut.

Kathi: Und wie fühlt ihr euch an der Schule? Wie geht es euch dort?
Jakob: Also ich fühle mich in meiner Schule sehr wohl. Die Klasse ist sehr nett und alle vertragen sich sehr gut. Das ist toll.
Noah: Bara bra! *schwedisch für: alles bestens

Kathi: Vielen Dank für das Interview 🙂



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1 comment

  1. finde ich toll, dass ihr euch so gut zurecht findet. Und das mit dem Sprechen wird bestimmt besser werden. Wie wars denn im Englisch Unterricht? Und im Deutsch Unterricht? Lernen die anderen Kinder Deutsch? Und kannst du ihnen bei der Aussprache helfen, Noah?
    Schreibt mir doch auf Signal,ihr Lieben

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