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Leben in Schweden – #3 Alkohol

Leben in Schweden – #3 Alkohol

Was in Schweden tatsächlich absolut anders läuft als in Deutschland ist der Umgang/Verkauf von Alkohol. Wein, Spirituosen und Bier mit mehr als 3,5 Prozent bekommt man nicht einfach im Supermarkt, sondern im Systembolaget. Das ist eine staatliche Ladenkette, die den Verkauf von Alkohol kontrolliert. Im normalen Supermarkt gibt es nur das sogenannte folköl – also Bier (und andere Getränke) mit maximal 3,5 % Alkohol.

Der Grund dafür ist ziemlich einfach: Alkohol soll in Schweden nicht ganz so selbstverständlich und leicht verfügbar sein und man möchte so außerdem den Alkoholkonsum eindämmen.
So weit die Theorie.

Diese Woche waren Manu und ich nun tatsächlich zum ersten Mal in einem Systembolaget.
Nicht, weil wir dringend Alkohol gebraucht hätten. Wir waren einfach neugierig. Wenn man schon ein Jahr in Schweden lebt, möchte man schließlich auch einmal wissen, wie dieser sagenumwobene Laden von innen aussieht.

Wir hatten uns irgendwie einen eher nüchternen Laden vorgestellt. Stattdessen erwartete uns ein schöner, moderner und unglaublich gut sortierter Laden.
Und dann kamen die Preise.
Wir wussten, dass Alkohol in Schweden teuer ist. Aber was „teuer“ tatsächlich bedeutet, konnten wir uns irgendwie nicht so richtig vorstellen.

Der günstigste Wein in der Flasche, den wir entdeckt haben, kostete 79 Krone (ca. 7,50€).
Natürlich muss ich an dieser Stelle fairerweise dazusagen: Für echte Weinliebhaber sind 10 Euro noch lange kein teurer Wein. Damit oute ich mich dann auch direkt als absoluter Nicht-Weinkenner. 😄
Aber aus deutscher Supermarkt-Sicht fühlt sich ein Wein für 8 Euro, bei dem man zu Hause wahrscheinlich eher nach dem 4,99-Euro-Angebot gegriffen hätte, eben doch ein bisschen anders an.
Es gibt auch größere Weinboxen, zum Beispiel mit drei Litern, die preislich etwas günstiger sind. Aber auch da ist man von den deutschen Supermarktpreisen doch ein gutes Stück entfernt.

Beim Bier sieht es etwas freundlicher aus, aber auch hier merkt man den Preisunterschied zu Deutschland ziemlich deutlich.

Was mir dafür wirklich gut gefallen hat, waren die Etiketten. Ich bin nämlich tatsächlich jemand, der wenig Alkohol trinkt und wenn ich Wein oder Bier aussuche, dann durchaus schon einmal nach dem Aussehen der Flasche entscheidet. Nicht unbedingt nach Rebsorte, Anbaugebiet oder Jahrgang.

Einfach: „Die Flasche sieht schön aus. Die nehmen wir.“

Was mich schon zu der einen oder anderen eher fragwürdigen Geschmackserfahrung gebracht hat. Aber dafür standen danach wenigstens hübsche Flaschen auf dem Tisch. 😉 (mit lieben Grüßen an der Stelle an Kerstin und Andi)
Eine kleine Auswahl schöner Dosen Bier haben wir mitgenommen (ja, tatsächlich gibt es das Bier hier vorwiegend in Dosen)

Und apropos Bier:

Bier heißt auf Schwedisch „öl“.
Ja. Öl. Wenn man also durch das Systembolaget läuft und überall „öl“ liest, könnte man kurz denken, die Schweden hätten einen erstaunlich großen Bedarf an Speiseöl. Haben sie nicht.

Bier = öl
Öl = olja

Also: öl trinken, olja zum Kochen. 😉

Unser erster Besuch im Systembolaget war jedenfalls ziemlich spannend und irgendwie auch typisch für unser schwedisches Jahr: Man kommt mit einer bestimmten Vorstellung hinein und geht mit ein paar neuen Erkenntnissen, einem kleinen Kulturschock bei den Preisen und dem ein oder anderen neuen schwedischen Wort wieder heraus.

Und wer weiß, vielleicht landet irgendwann ja doch einmal eine dieser teuren Weinflaschen bei uns auf dem Tisch.

Allein wegen des Etiketts versteht sich 😄

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