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Amtsgang in Schweden

Amtsgang in Schweden

Gestern stand mein erster offizieller Termin in Schweden an und tatsächlich überhaupt der erste Termin, der bisher in meinem Kalender stand. Es ging nach Göteborg für einen Identitätscheck.

In Schweden läuft unglaublich viel über die sogenannte Personennummer. Sie ist so etwas wie der Schlüssel für den Alltag: Damit eröffnet man ein Bankkonto, meldet sich bei verschiedenen Behörden an und teilweise nutzt man sie sogar an Selbstbedienungskassen. Da wir allerdings nur für ein Jahr in Schweden sind, bekomme ich keine Personennummer, sondern eine Koordinationsnummer. Sie erfüllt für unseren Aufenthalt viele der gleichen Funktionen.

Den Antrag dafür konnte ich ganz unkompliziert online ausfüllen, sogar auf Englisch. Anschließend muss man innerhalb von zwei Wochen zu einem Identitätscheck vor Ort erscheinen. Genau dafür hatte ich gestern meinen Termin.

Ich war ehrlich gesagt schon ein bisschen nervös. Mein Schwedisch ist wirklich nicht so gut, wie ich es gerne hätte. Natürlich kommt man hier fast überall problemlos mit Englisch weiter, aber ich möchte die Sprache ja so oft wie möglich sprechen und jede Gelegenheit zum Üben nutzen.

Vor Ort lief alles unglaublich organisiert ab. Schon am Eingang standen Mitarbeitende bereit, die gefragt haben, weshalb man da ist, und erklärt haben, wohin man gehen muss. Mit dem QR-Code aus der Terminbestätigung scannt man sich an einem Automaten ein und bekommt – ganz typisch für Schweden – eine Nummer.

Dieses Nummernsystem begegnet einem hier übrigens ständig: ob beim Einkaufen, in der Apotheke oder eben auf dem Amt. Man zieht eine Nummer und wartet, bis sie aufgerufen wird.

Mein Termin war für 11 Uhr angesetzt. Um 11:02 Uhr hatte ich mein Ticket gezogen und schon um 11:04 Uhr wurde ich aufgerufen. Das nenne ich mal pünktlich!

Der Sachbearbeiter fragte direkt, ob ich lieber Schwedisch oder Englisch sprechen möchte. Wir haben uns dann auf Englisch unterhalten und ich habe immer wieder schwedische Wörter eingebaut, wenn sie mir eingefallen sind.

Der gesamte Termin war absolut unkompliziert. Nach einer guten Viertelstunde war alles erledigt und ich saß bereits wieder im Auto. Jetzt heißt es etwa zwei bis vier Wochen warten, bis meine Koordinationsnummer ausgestellt wird.

Mit dieser Nummer kann ich dann unter anderem ein schwedisches Bankkonto eröffnen und das macht hier wirklich Sinn. Schweden ist extrem bargeldlos. Fast alles wird digital bezahlt. Neben der Kreditkarte gibt es hier vor allem Swish, eine App, die man mit PayPal vergleichen kann und die im Alltag unglaublich verbreitet ist. Ich komme zwar aktuell auch mit meiner Kreditkarte gut zurecht, aber ein schwedisches Konto wird vieles noch einfacher machen.

Eine kleine Überraschung gab es dann allerdings doch noch: Ich habe erfahren, dass auch Noah und Jakob für die Schule eine Koordinationsnummer benötigen. Das wusste ich vorher nicht und dachte ich hätte mich ausreichend informiert.

Also habe ich direkt die Anträge für die Kinder ausgefüllt. Das war etwas kniffliger, denn diese Formulare gibt es nur auf schwedisch. Außerdem müssen sie ausgedruckt werden, weil beide Elternteile unterschreiben müssen. Nächste Woche fahren wir deshalb gemeinsam mit den Kindern noch einmal nach Göteborg und erledigen auch ihre Registrierung.

Wieder ein kleiner Schritt mehr in unserem schwedischen Alltag – und es fühlt sich richtig gut an.

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