Land & Leute

Hier in Schweden – mit der Blumenwiese kommt man weit

Hier in Schweden – mit der Blumenwiese kommt man weit

„Du schreibst wie eine Blumenwiese.“ Diesen Satz hat Manu in den letzten Monaten immer wieder zu mir gesagt – vor allem dann, wenn ich Nachrichten an Behörden oder unsere Vermieter geschrieben habe. Er meint damit, dass ich sehr persönlich, freundlich und dankbar formuliere.

Als wir auf der Suche nach einem Haus in Schweden waren, hatten wir uns schon beim ersten Anblick in unser neues Zuhause verliebt. Bevor ich die Vermieter angeschrieben habe, hatte ich vermehrt gelesen, dass Schweden sehr höflich, aber eher zurückhaltend seien. Meine E-Mails waren alles – nur nicht zurückhaltend. Ich habe erzählt, wer wir sind, wie sehr uns das Haus begeistert und warum wir uns vorstellen könnten, dort zu leben. Später, bei unserem Videotelefonat, erzählten uns unsere Vermieter, dass genau diese Nachricht den Unterschied gemacht hatte. Die meisten Anfragen seien eher sachlich gewesen – unsere hingegen herzlich und persönlich. Und genau dieses Gefühl habe sich für sie richtig angefühlt.

Seit wir hier leben, bestätigt sich dieser Eindruck immer wieder. Ich kann nicht sagen, dass ich die Schweden als distanziert oder verschlossen erlebe. Ganz im Gegenteil. Wir werden mit einer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft empfangen, die das Ankommen unglaublich leicht macht.

Vielleicht kommt man mit einer Blumenwiese tatsächlich ziemlich weit (nicht nur in Schweden). Nicht, weil Freundlichkeit eine Strategie ist, sondern weil sie Brücken baut. Ein ehrliches Danke, ein wertschätzendes Wort oder ein paar persönliche Zeilen kosten nichts – und können doch so viel bewegen. Und falls nicht – hat man zumindest unterwegs eine wunderschöne Blumenwiese hinterlassen.

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